Mit Alice im Zombieland – Die Deutschlandpremiere von Resident Evil: The Final Chapter 

Wer sich gestern am Sony Center in Berlin befand, der begegnete dabei auch eventuell als Zombies verkleideten Menschen, die mit einem leeren Blick und unverständlichem Gegrunze durch die Gegend schlürften. Während das eventuell mit erhöhten Alkoholkonsum oder alternativ auch Koffeinentzug zu erklären gewesen wäre, käme man spätestens beim Staraufgebot in die Bredouille: Die YouTube Stars Lefloid sowie Gronkh, Moderator Patrice, Regisseur Paul W. Anderson, Hauptdarstellerin Milla Jovovich und irgendwelche Leute, die man irgendwo schon mal gesehen zu haben glaubt. Im Zweifelsfall eben YouTuber. Das alles gepackt in eine passende Location und fertig war die Social Movie Night – in einer noch nie dagewesenen Dimension. 

EVIL.COMES.HOME.

Diese Worte finden sich seit dem ersten Trailer zu Resident Evil: The Final Chapter nicht nur in den darauffolgenden Trailern, sondern auch auf Plakaten wieder. Während dies im Film die Rückkehr nach Raccoon City bedeutet, schließt sich auch im echten Leben der Kreis und gestern fand die Deutschlandpremiere zum letzten Film in der Stadt statt, in der alles ihren Anfang nahm: Berlin.

Vor 15 Jahren drehte Paul W. Anderson den ersten Teil in der deutschen Hauptstadt, unter anderem im noch nicht fertig gestellten U-Bahnhof unter dem Bundestag. Hauptdarstellerin war schon damals Milla Jovovich und was beide zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen konnten: Mit Resident Evil schreiben die beiden nicht nur einen Teil Filmgeschichte, sondern auch ihre eigene, gemeinsame Familiengeschichte. Durch Resident Evil lernten sich die beiden kennen und lieben, machten aus der Filmreihe ihr „Baby“, zu der sich im Laufe der Jahre zwei Kinder des Ehepaares gesellten.

Vor allem im letzten Teil zeigt sich, wie stark und auch liebevoll diese beiden Geschichten ineinander verwoben sind, nämlich dann, wenn Ever Anderson, die Tochter von Regisseur und Hauptdarstellerin ihre erste, große Rolle hat und dabei der ganzen Welt ihr bereits bemerkenswertes Schauspieltalent beweist. Aber bei den Eltern ist das auch mehr als naheliegend.


Aber man darf nicht vergessen, dass es sich bei Resident Evil um eine Horror-/Actionreihe handelt, die sich zwar fest in Familienhand befindet, aber Fans und Kenner der Reihe immer ein kritisches Auge darauf werfen. Denn vor den Filmen verstand man unter Resident Evil nur eine Horror-Videospielreihe des Entwicklers Capcom und manch einem wäre es wohl auch lieber gewesen, wenn es dabei geblieben wäre. Rundet Resident Evil: The Final Chapter die Geschichte ab oder ist es nur ein sinnbefreites Kapitel, welches sich der Autor hätte sparen können?

Laut Regisseur Paul W. Anderson ist Resident Evil: The Final Chapter (natürlich) der beste Teil der Reihe mit viel Action und Horror und auch ein bisschen Emotion. Und tatsächlich: Es ist viel Action – so viel Action, dass es schon fast zu viel ist und durch hektische Bildschnitte Probleme bereitet, dem Geschehen folgen zu können. Auch Horrorelemente sind zur Genüge vorhanden, bei denen sich selbst Milla Jovovich nach eigener Aussage erschrocken und damit fragwürdige Blicke ihres Ehemanns auf sich gezogen hat, weil sie eigentlich wissen müsste was passiert. Auch wenn ich ihr glaube, dass sie ein schreckhafter Mensch ist, empfand ich die Horrorszenen zu vorhersehbar.


Und zur Emotion: Die ist vorhanden. Bisschen. Was gut ist, weil dem Zuschauer dadurch lasche Liebesdialoge oder unnötige Sexszenen erspart werden. Andererseits schlecht, weil neue Charaktere dadurch kaum Tiefgang erfahren und in der Bedeutungslosigkeit zu versinken drohen. Aber der beste Teil ist es meiner Meinung nach nicht, denn dafür fehlen mir zu große Lücken in der Erzählung. Lücken, bei denen nicht einmal versucht wird, diese in irgendeiner Form erklären zu wollen. Schade.

Aber ich möchte jetzt nicht den Las Plagas an die Wand malen, denn der Film macht einiges richtig und ich bin mehr als froh, dass es Resident Evil: The Final Chapter gibt. Zum einen deshalb, weil die Rolle von Ever Anderson am besten zeigt, wie sehr die Filmreihe für Anderson und Jovovich über die vielen Jahre hinweg ein ständiger, vertrauter Begleiter war. Eine wunderschöne Hommage, für die ich den beiden am liebsten auf die Schulter klopfen, „Habt ihr ganz toll gemacht!“ sagen  und einen Fleißpunkt ins Stickeralbum kleben möchte. Zum anderen auch deshalb, weil die Reihe auch für mich ein vertrauter Begleiter war, dem ich jetzt zum krönenden Abschied winke und dankbar bin, Alice noch ein letztes Mal als durchtrainierte Kampfmaschine zu sehen, mit spektakulär inszenierten Actionszenen und Kampfchoreographien. Visuell ist der Film sowieso eine ganz große Nummer und vertuscht dadurch die lückenhafte Geschichte und simple Handlung des Films.


An dieser Stelle möchte ich auch noch den besonderen Kinosaal hervorheben: Bei der Social Movie Night konnte man den Film in IMAX sehen und solltet ihr jemals die Möglichkeit dazu haben, einen Film in Berlin und im IMAX-Saal zu sehen: Macht es! Das Bild auf der 500qm-Leinwand ist gigantisch, sowohl aufgrund der Schärfe aber vor allem durch die Größe. Damit sich die Ohren nicht langweiligen, weil die Augen ständig am Staunen sind, gibt es auch hier einen bombastischen Sound, bei dem man sich sofort mittendrin statt nur dabei fühlt.

Fazit: Wer die vorherigen Teile mochte, der wird auch den neuen und letzten Teil mögen. Und wer diese mochte, dem sind auch die erzählerischen Schwächen bekannt und nimmt diese hin und genießt ein Actionspektakel, welches knapp zwei Stunden zu unterhalten weiß. Ein würdiger Abschluss der Reihe und der letzte Stein des Jovovich-Anderson-Filmdenkmals.

Ein Gedanke zu “Mit Alice im Zombieland – Die Deutschlandpremiere von Resident Evil: The Final Chapter 

  1. Super geschrieben:) ich hab ja die spiele leider nie gespielt… 🤔 weiß auch nicht weshalb 😀 … Aber die Filme eig immer gern geschaut werde aber wahrscheinlich trotzdem warten bis es den auf Netflix oder so mal gibt

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