Angespielt – Monster Hunter Stories

Spricht man in Japan über Monster Hunter, so kann es durchaus passieren, dass man japanische Spieler sofort in eine Art Schockstarre zucken sehen kann. Dabei greifen sie fast sofort in ihren Geldbeutel und wedeln mit ein paar Hundert Yen-Scheinen. Ist diese Geschichte wahr oder haben wir sie erfunden? Der Monster Hunter X-Factor. Wie auch immer Japaner auf die Nennung einer der beliebtesten Videospielreihen im Land der aufgehenden Sonne reagieren, eines ist klar: Monster Hunter ist ein Phänomen und erfreut auch im Westen immer mehr Spieler an der Monsterjagd. Vier Generationen der Hauptreihe sind Beweis genug, die zahlreichen Spin-offs nicht dazugezählt. Denn über ein Spin-off möchte ich euch jetzt berichten, nämlich Monster Hunter Stories, eine äußerst gelungene Komposition aus bekannten Zutaten der Monster Hunter-Serie, gut gewürzt mit Teilen der Pokemon-Reihe.

Es war einmal ein Rider…

In Monster Hunter Stories schlüpft man in die Rolle eines angehenden Riders aus dem Dorf Hakum, welches ein Jahr zuvor eine grausame und verheerende Attacke eines Nargacuga erleiden musste. Das Dorf hat seine alte Pracht fast wiedererlangt und deshalb ist es dem Spieler auch möglich, die letzten Schritte auf dem Weg zum Rider zu beschreiten. Es gilt es einen Bindungsritus zu bestehen und die Rider-Prüfung damit erfolgreich abzuschließen. Doch die Vergangenheit ruht nicht und deshalb ist die Prüfung das kleinste Hindernis, denn der Schwarze Pesthauch ist noch immer nicht vom Antlitz der Welt gebannt.

Die Geschichte wird immer wieder von stimmungsvollen und grafisch durchaus beeindruckenden Zwischensequenzen vorangetrieben und schon hier unterscheidet es sich deutlich von der Hauptreihe, denn tatsächlich wird auf eine spannende Geschichte gesetzt, bei der man als Spieler mitfiebert.

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Schere, Stein, Papier

Der Kern des Kampfsystems besteht aus einer abgeänderten Variante des Schere-Stein-Papier-Prinzips. Jedem Monster, dem man entgegentritt hat sein eigenes Angriffsschema, welches es zu beobachten und darauf zu reagieren gilt. Greift der Gegner beispielsweise mit einem Geschwindigkeitsangriff an, so kann die Kampfrunde für sich entschieden werden, wenn man passend mit einem Kraftangriff kontert. Dieses System geht leicht von der Hand und ist innerhalb kürzester Zeit verstanden. Wem diese einfachen Angriffe nicht reichen, der hat die Möglichkeit, Spezialattacken auszuwählen, die nicht nur kräftigerer sind, sondern im besten Fall den Gegner beispielsweise zu Boden werfen und bewegungsunfähig machen.

Solche Attacken kosten allerdings Bindungsfähigkeit, welche ein weiterer, wichtiger Bestandteil eures Kampfes ist. Denn man bestreitet die Kämpfe nicht allein, sondern zusammen mit anderen Monster, die im Spiel Monsties genannt werden.  Sie agieren selbstständig, können aber auch von Kommandos erhalten, um das Kampfgeschehen zu eurem Gunsten umzulenken. Monsties handeln ebenfalls nach dem „Schere-Stein-Papier“-Prinzip und solltet man bei der Entscheidung der Angriffsart mit dem Partner-Monstie übereinstimmen, so kann es hier und da zu einem eindrucksvollen, stärken Doppelangriff kommen, der auch den Balken für die Bindungsfähigkeit stärkt. Ist dieser gefüllt, so schwingt man sich auf Knopfdruck auf den Rücken des Monsties und macht gemeinsame Sache.

Auch wenn sich das alles nun kompliziert anhören sollte, dann kann man beruhigt aufatmen: Das Kampfsystem, komplex und simpel sogleich, erklärt sich von selbst und geht schnell in Fleisch und Blut über. Mit ein klein wenig Geschick und Taktik reagiert man richtig und kann die Kämpfe für sich entscheiden. Dabei solltet man aber immer ausreichend Tränke oder Kräuter in der Kampftasche haben, denn von nichts kommt nichts und die Kämpfe sind durchaus anspruchsvoll. Auch wenn die Idee mit den Monstern zugegebenermaßen ein wenig an Pokemon erinnert: Ganz so einfach wie mit Nintendos Knuddelmonster gestaltet es sich dann doch nicht.

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Eintönige Monsterjagd? Nichts da!

Langeweile kommt in Monster Hunter Stories gewiss nicht auf, denn man kann die Zeit entweder damit verbringen, der Hauptgeschichte zu folgen oder man lässt sich höchstwahrscheinlich von den Nebenaufgaben ablenken: Überall möchte etwas aufgesammelt werden, seien es irgend welche Pilze, Käfer oder Knochen. Oder auch kleine Sammelschweinchen, welche sich überall verteilt auf der Welt mehr oder weniger verstecken, um eben letztendlich gefunden zu werden. Wer seiner Sammelwut nicht mehr frönen möchte, der kann seinen virtuellen Mitmenschen bei zahlreichen Aufgaben unterstützen, die meistens aber doch wieder im Sammeln von Gegenständen münden.

Damit man ein erfolgreich Rider wird und sein kann, muss man so viele Monsties um sich sammeln, wie es nur geht. Dafür kann man entweder Eifragmente sammeln (Huch, schon wieder was zum Sammeln!) oder man traut sich in Monsterhöhlen, um dort am Ende in Nestern ein Monster-Ei zu stibitzen, welches dann im Lager ausgebrütet werden kann.

Schön trostlos

Die Umgebungen sind großflächig und mit vielen Möglichkeiten, sich als Rider die Beine zu vertreten. Mal stampft man durch eine Schneelandschaft, mal darf man zwischen Kirschblütenbäumen, von denen die rosa Blüten herunterfallen, wandern oder auch die Füße an einem See vertreten. Das hört sich alles wunderschön an und das ist es teilweise auch, aber leider fehlt es den Umgebungen spürbar an Detailreichtum. Auf dem ganzen Plateau schlürfen vereinzelt Monster umher, die entweder weglaufen, weil man eventuell zu kräftig wirkt oder diese einfach keine Lust auf einen Kampf haben oder auf euch zu rennen, weil sie sehr wohl dazu animiert sind, einem das Leben schwer zu machen oder kurzen Prozess zu machen, um es direkt zu beenden. Man vermisst andere NPCs, die einen über den Weg laufen – so sinnlos ihre virtuelle Existenz auch sein mag, sie würden alles doch ein klein wenig lebendiger und schöner wirken lassen.

So leblos es mit den Augen scheint, umso lebhafter ist die Geräuschkulisse. Mal hört man hier Vogelgezwitscher, den Wind oder das Meeresrauschen. Oder euer tierischer Katzenbegleiter gibt Töne von sich, deren wahre Bedeutung wohl ein Geheimnis bleiben werden.

FAZIT

Der Rollenspiel-Mix aus den bekannten Monster Hunter-Elementen und kämpfenden Monsterbegleitern weiß einige Stunden zu begeistern, sieht gut aus und das Kampfsystem ist flüssig und geht locker von der Hand. Ein gelungener Ableger der bekannten Serie, der auch die ansprechen dürfte, die bisher den Hauptteilen aus dem Weg gegangen sind. Klare Kaufempfehlung meinerseits!

 

3 Gedanken zu “Angespielt – Monster Hunter Stories

  1. Als Monster Hunter Fan seit sieben Jahren und Pokemon Fan seit 15 Jahren stand ich dem Spiel anfangs extrem skeptisch gegenüber, aber als ich die Demo gespielt habe, war ich vollkommen überzeugt und als ich es dann gekauft habe, war ich extrem begeistert. Ich hatte nicht damit gerechnet dass es so gut sein würde aber es ist für mich das beste 3DS Spiel seit mindestens zwei Jahren.

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