Kurz und knapp: Filmreview Black Widow

Mehrere Gastauftritte und über zehn Jahre Wartezeit hat es gebraucht, bis Natasha Romanoff mit Black Widow endlich ihren eigenen Film spendiert bekommen hat. Längst überfällig, wenn man die Ereignisse in Avengers: Endgame in Erinnerung ruft. Doch kommt der Film der russischen Agentin damit nicht viel zu spät? Oder hat sich die Wartezeit gelohnt?

©Marvel Studios

Was lange währt, wird endlich wahr

Die Handlung von Black Widow findet kurz nach Captain America: Civil War und Avengers: Infinity War statt, behandelt also nicht die Entstehungsgeschichte von Natasha Romanoff, sondern stellt sie als etablierte und bekannte Kämpferin dar. Die zeitliche Einordnung ist passend und ermöglicht die verlockende Möglichkeit, bekannte Charaktere auszubauen sowie neue Personen einzuführen. Glücklicherweise macht Black Widow genau das und schafft den überraschend gelungenen Spagat zwischen Alt und Neu.

Natürlich hätte Black Widow „nur“ ein weiterer, unterhaltsamer Film nach bekannter Marvel-Rezeptur werden können. Mit durchgeplanten Kampfchoreographien, kurz getakteten Actionsequenzen und Explosionen an jeder Ecke. In gewisser Weise ist er das auch und all die genannten Aspekte sind auch in diesem Film zu finden. Aber diesen nur darauf zu reduzieren, würde dem Film nicht gerecht werden. Black Widow ist sehr viel mehr als das und sticht aus der breiten Masse an Superheldenfilmen deutlich und positiv heraus. Der Film nimmt sich am Anfang und besonders zur Mitte des Filmes genügend Zeit für die Charakterentwicklung, während zuvor in vielen anderen Filmen des Marvel Cinematic Universe daran gespart und der Fokus auf die blanke Action gelegt wurde. Eine willkommen Weiterentwicklung und richtungsweisend für kommende Filme.

©Marvel Studios

Die Metamorphose der Schwarzen Witwe

Denn vor zehn Jahren war der Fokus ein komplett anderer: Als Scarlett Johansson zum ersten Mal in Iron Man 2 in ihren hautengen Suit geschlüpft ist, war klar: Natasha Romanoff ist eine sexy Geheimagentin und soll hauptsächlich als wahrer Augenschmaus dienen. Die starke Frau, die sie einmal werden sollte, konnte man zwar bereits erahnen, aber erst über die Jahre hinweg wurde auch die äußerliche Erscheinung von Natasha Romanoff weniger stereotypisch. Vom Vamp zur beeindruckenden Heldin, die für jeden Menschen ein Vorbild sein kann. In Black Widow ist dieses Bild perfekt und alle Weichen sind gestellt, dass sich auch zukünftige Filme im Marvel-Universum daran ein Beispiel nehmen.

Natürlich ist nicht alles perfekt: Humor darf in keinem Superhelden-Film fehlen und auch wenn manche Witze so charmant durchdacht sind und teilweise auch selbstironisch die Marvel-Formel auf die Schippe nehmen, wird vor allem in ernsten Momenten die Dynamik durch flotte Sprüche gestört.
Gegen Ende nimmt der Film nochmal gehörig an Fahrt auf und spätestens dann darf man die altbekannte Action bestaunen. Dann auch etwas mehr als sein müsste und jenseits von jeglichen physikalischen Gesetzen.

Fazit

Black Widow ist einer der besten Marvel-Filme der letzten Jahre. Die Charaktere haben die Möglichkeit sich zu entfalten und in starken, emotionsvollen Szenen zu glänzen. Ein gelungener Einstand in die Phase 4 der Marvel Studios, der hoffnungsvoll auf die filmische Zukunft blicken lässt.

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