Just watched: August 2021

An dieser Stelle möchte ich euch ab sofort jeden Monat eine kleine Auswahl der Filme präsentieren, die ich mir angeschaut habe. Das können Blockbuster sein, aber auch kleine Perlen, die vielleicht unter eurem Radar verschwinden würden.

Diesen Monat habe ich mit Anti-Helden gelacht, während ein anderer Film mich eher gelangweilt hat, dafür das Regiedebüt einer Schauspielerin zu Tränen gerührt und begeistert hat.

Als Wertungsindikator habe ich mich passenderweise für (süßes!) Popcorn entschieden. Fünf
🍿 sind dabei die Höchstwertung – wenn es ganz schlecht läuft, gibt es gar kein Popcorn…oder schlimmer noch: Salziges. 😉

The Suicide Squad

TM & © 2021 Warner Bros. Entertainment Inc. 

2016 beehrte Suicide Squad die weltweiten Kinoleinwände – leider eher unterdurchschnittlich und wenig erinnerungswürdig. Fünf Jahre später erscheint nun The Suicide Squad. Dieser stiftet nun eine kleine Verwirrung beim Publikum, weil dieser keine direkte Fortsetzung des vorherigen, erst wenige Jahre alten Suicide Squad ist und sich nur durch den unscheinbaren Zusatz eines Artikels im Filmtitel unterscheidet. Doch der Film möchte eigentlich nicht verwirren, sondern in erster Linie alles besser machen – und mit James Gunn hat man sich einen vielversprechenden Regisseur ins Bott geholt, nachdem dieser kurzzeitig vom Marvel bzw. Disney-Schiff geschubst wurde. Und tatsächlich geht die Rechnung auf: The Suicide Squad ist ein guter Film.

Man merkt, dass James Gunn schier unbegrenzte Freiheiten zugesichert wurden, sei es in der Geschichte, die als Bösewicht einem riesigen Alien-Seestern präsentiert oder in der Fülle an kreativen Ideen, die in kurzen Abständen auf den Zuschauer herab prasseln: Mal sind es nur Schriftzüge, die in das Szenenbild eingewoben werden, mal ist es ein kompletter, visueller Stilbruch während einer Actionszene. Auch die Dialoge wandern von kurzen, humorvollen Phrasen zu tiefgründigen, teils emotionalen Konversationen. Aber bei all den kreativen Einfällen sind diese nie wirklich bis zu Ende gedacht und wirken inkonsequent oder hinsichtlich der Charakterbildung eher oberflächlich. Des Weiteren bekommt man bei bekannten Charakteren wie Harley Quinn genau das, was man erwartet – aber eben auch nicht mehr. Da könnte man für einen (eventuellen) weiteren Teil mehr wagen und tragenden Charakteren mehr Vielschichtigkeit zusprechen. 

The Suicide Squad ist ein actionreicher und verspielter Film, der Spaß macht. Zudem ist dieser mit James Gunn in guten Händen, da dieser mit verrückten Charakteren gekonnt jonglieren kann und in einem unterhaltsamen Gesamtpaket zu präsentieren weiß.

Fazit: 🍿🍿🍿 (von 5 🍿)

Chaos Walking

 © Elite Film

Der Film basiert auf einer Buchreihe von Patrick Ness, der unter anderem auch das fantastische Buch „Sieben Minuten nach Mitternacht“ geschrieben hat. Und was soll man sagen: Die Buchvorlage zu „Sieben Minuten nach Mitternacht“ wurde um ein Vielfaches besser inszeniert als nun „Chaos Walking“.

Die Geschichte wirkt oberflächlich und plätschert vor sich hin. Beinahe könnte man Gefahr laufen, einzuschlafen – wenn da nicht die unfassbar nervigen Gedanken der männlichen Protagonisten (allen voran Tom Holland als Tod Hewitt) wären, die einen davon abhalten. Diese Gedanken werden über den Köpfen der Männer visualisiert, aber eben auch vertont – und das geht sehr schnell an die Grenze des Ertragbaren. Man fragt sich, warum jegliche Belanglosigkeit oder pubertäres Gedankengut Erwähnung findet. Diesen hörbaren Gedanken hätte man viel mehr Tiefgang gewähren können, vielleicht auch einer kritischen Note bezüglich toxischer Männlichkeit. 
Stattdessen lauscht man den dämlichen Gedanken von Tom Holland, der beim Anblick der ersten Frau in seinem Leben erstmal darüber nachdenkt, wie er ihr am besten seine Lippen auf ihren Mund presst und dabei in Gedanken „Kiss me! Kiss me! Kiss me!“ schreit – und wohl völlig vergisst, dass man ja alles hören kann. Solche Szenen sind so unfassbar dumm, werden aber glaubwürdig von Tom Holland dargestellt – sei es nun wegen seinem Schauspieltalent oder eben dem eigenen, begrenzten Horizont. 

Chaos Walking ist ein unterdurchschnittliches Filmerlebnis, welches mit irrational handelnden Charakteren, aber auch einem namhaften Cast brilliert (der aber keineswegs etwas über die Qualität des Filmes aussagt). Aus der Vorlage hätte man sicherlich viel mehr machen können, hat sich aber für einen Film entschieden, der in seiner eigenen Belanglosigkeit versinkt.

Fazit: 🍿🍿 (von 5 🍿)

Sommer 85

© Wild Bunch Germany 2021

Die Geschichte eines alles verändernden Sommers und einer Liebe zweier Menschen, die sich in der Phase befinden, in der man sich zum einen noch die jugendliche Leichtigkeit bewahrt, zum anderen jedoch bereits die Ernsthaftigkeit des Erwachsenenlebens verspürt. Eine kurzweilige Liebe, welche einen traumhaften Anfang nimmt, die Spannung einer frischen Bekanntheit trägt und mit einer überraschenden Intensität ein Ende nimmt. Eine Liebe, die offenbar für immer andauern könnte, sich für die Ewigkeit jedoch nur wenige Augenblicke Zeit nimmt. 

Der Vergleich mit „Call me by your name“ liegt nahe und lässt sich auch nicht von der Hand weisen: Eine gleichgeschlechtliche Liebe, deren Entdeckung sich während eines warmen Sommers in den 80ern entfaltet. Doch auch wenn die Rahmenbedingungen ähnlich sind, so geht „Summer of 85“ einen anderen Weg und erzählt die dramatische Geschichte über zwei Zeitebenen hinweg und distanziert sich durch die Erzählweise den Eindruck einer reinen Liebesgeschichte. Eher erinnert dieser an einen Krimi, dessen Ende die vollkommene Tragweite der Ereignisse offenbart. Hier hat mich der Film auch überrascht, da er geschickt auf eine falsche Fährte lockt. 

Ein sehenswerter Film mit einer mitreißenden, spannenden Geschichte und die flüchtige Atmosphäre eines besonderen Sommers wundervoll einfängt und dadurch an Langlebigkeit gewinnt – und damit mehr ist als „nur“ ein Abklatsch von vergleichbaren Filmen.

Fazit: 🍿🍿🍿 (von 5 🍿)

Abseits des Lebens

© Universal Studios

Abseits des Lebens ist das Regiedebüt von Robin Wright, welche gleichzeitig auch die Hauptrolle in diesem emotionalen Drama übernimmt und – soviel vorweg – eine fantastische Gesamtleistung abliefert. 

Abseits des Lebens handelt von Edee, die nach einem tragischen Ereignis in ihrem Leben beschließt, ein einsames Leben in den Rocky Mountains zu beginnen, um ihrer eigenen Kummer und Schmerz zu entkommen. Dabei entdeckt sie recht schnell, dass sie den eigenen Gedanken und Erinnerungen nicht so schnell entfliehen kann wie den Menschen, die sie hinter sich gelassen hat.
 
Doch Abseits des Lebens ist keine Geschichte, die sich dem Hass und der Wut des Verlustes hingibt, sondern zeichnet eine andere Sichtweise auf eine Welt, in der wir in den ruhigen Momenten das Gefühl haben, die Stille füllen zu müssen. Edee möchte ihre Umgebung wahrnehmen und ohne jegliche Ablenkungen fühlen. Genau darin liegt die Stärke des Filmes: In stillen Momenten erzählt der Film mehr als jedes Wort ausdrücken könnte, weil er sich auf das Grundlegende konzentriert. Doch auch wenn die wortlosen Momente besonders ausdrucksstark sind – sobald etwas gesagt wird, hat dies eine Auswirkung auf den Zuschauer, die ihresgleichen sucht. Einzelne Worte treffen mitten ins Herz und vor allem das Ende des Filmes beweist einmal mehr, dass für große Emotionen nur wenige Worte notwendig sind, um mitten ins Herz zu treffen. Die wirklich wichtigen Dinge im Leben brauchen oft keine ausufernden Erklärungen, um sie greifen zu können. 

Ein beeindruckender, ergreifender Film, der trotz der schwierigen Thematik nie vergisst, dass Hoffnung in den kleinsten Momenten zu finden ist. Eines meiner bisherigen Highlights im Jahr 2021 und eine deutliche Empfehlung!

Fazit: 🍿🍿🍿🍿 (von 5 🍿)

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